Wer es nicht weiß, sieht es nicht: Die Apple Watch Ultra 4 ist äußerlich nicht von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Doch dort, wo man nicht hinschaut, hat Apple kräftig nachgelegt – beim Akku, bei den Gesundheitssensoren und beim Chip. Ich habe die Ultra 4 im Alltag getragen und klare Antworten darauf, für wen sich der Umstieg lohnt.
Lieber gucken als lesen? Im Video zeige ich euch die Ultra 4 im Detail: Apple Watch Ultra 4 im Test auf YouTube ansehen.
Titangehäuse, Saphirglas, orangefarbener Action-Button – alles wie gehabt. Apple glaubt offensichtlich an sein Ultra-Design, und ehrlich gesagt bin ich darüber nicht traurig. Ich mag den wuchtigen Look, er ist ein Statement. Nach vier Generationen dürfte Apple zwar gerne mal etwas Neues ausprobieren. Für Besitzer älterer Modelle hat die Treue aber einen Vorteil: Niemand sieht am Handgelenk, dass ihr nicht die neueste Ultra tragt.
Akku: Der größte Alltagsgewinn
Apple verspricht 50 Stunden im Normalbetrieb und 84 Stunden im Stromsparmodus. Und das merkt man: Im Alltag hält die Ultra 4 spürbar länger durch als die Ultra 3. Damit sehe ich eine klare Parallele zum iPhone 18 Pro Max, bei dem der Akku ebenfalls der eigentliche Überzeuger ist.
Die Strategie dahinter ist klar: Apple möchte, dass ihr die Uhr rund um die Uhr tragt – auch nachts. Gerade mit dem neuen Gesundheitsschwerpunkt und der überarbeiteten Health-App, die mit iOS 27.2 kommt, ist die Nacht eine wichtige Zeit für die Datensammlung. Das ewige Argument „dann muss ich sie ja ständig laden“ zieht bei der Ultra 4 nicht mehr. Und weil sie schnell lädt, reicht es, morgens im Bad kurz ein Viertel nachzutanken.
Gesundheitssensoren: Herzfrequenz der nächsten Generation
Die einzige sichtbare Veränderung sitzt auf der Rückseite: die neuen Gesundheitssensoren. Beim Herzfrequenzsensor – 2015 der allererste Gesundheitssensor der Apple Watch – hat sich jahrelang wenig getan. Jetzt misst die Ultra 4 den Herzschlag alle fünf Sekunden. In der entsprechenden App seht ihr eure Herzfrequenz damit quasi live, grafisch schöner aufbereitet als bisher.
Wichtig für die Einordnung: Die Sensoren bringen keine spektakulär neue Funktion, sondern machen vorhandene Funktionen besser. Sie sind vor allem Vorbereitung für den Gesundheitsschwerpunkt, den Apple gerade aufbaut.
S11-Chip: KI-Potenzial, das wir in der EU nicht nutzen können
Der neue S11-Chip bringt – wenig überraschend – viel KI-Potenzial mit. In der EU bleibt das aber vorerst Theorie. Die Apple-Intelligence-Funktionen der Watch kommen hier nicht, ob vorerst oder dauerhaft, weiß niemand. Dazu gehören Live Rewind, mit dem ihr die letzten 15 Sekunden quasi in eurem Leben zurückspulen könnt (laut Apple ohne Datenspeicherung), und Siri Recap, das Gespräche zusammenfasst. Beides darf man durchaus kritisch sehen, nutzen können wir es hierzulande aber ohnehin nicht.
Im Alltag macht der Prozessor deshalb keinen großen Unterschied. Die Hardware ist bereit, die Funktionen sind es bei uns nicht.
Neu im Fokus: Ultra-1-Besitzer
Ein Novum dieser Generation ist die Zielgruppe. Apple hat vor allem Umsteiger von der Series im Blick, außerdem Nutzer anderer Smartwatches und jüngere Menschen, die bislang gar keine Uhr tragen. Neu dazu kommen aber die Besitzer der ersten Ultra: Sie bekommen watchOS 27 nicht mehr, weil ihr Chip für die Weiterentwicklung nicht mehr reicht. Sicherheitsupdates soll es weiter geben, das neue Design und alle kommenden Funktionen aber nicht.
Ob Apple das Betriebssystem nicht hätte abspecken können, darüber kann man streiten. Es ist eine unternehmerische Entscheidung. Wer langfristig die neueste Software will, für den wird ein Umstieg jetzt aber interessant.
Fazit: Für wen lohnt sich die Apple Watch Ultra 4?
Die Ultra 4 ist ein kleines Update. Der größte Gewinn ist der Akku, gefolgt von den Sensoren. Der Chip spielt in der EU im Alltag kaum eine Rolle.
- Von der Ultra 2 oder Ultra 3: Ein Umstieg ist nicht nötig. Es sei denn, ihr wollt unbedingt den besseren Akku – das kann ich verstehen. Reicht euch die Laufzeit, könnt ihr gelassen abwarten.
- Von der Ultra 1: Wegen des Endes der watchOS-Updates und der vielen Fortschritte lohnt sich ein genauer Blick.
- Von der Series, SE oder einer anderen Smartwatch: Wer mit einer Ultra liebäugelt, bekommt jetzt die beste Ausdauer der Reihe.
Mein persönliches Fazit: Ich bin weiterhin Ultra-Fan. Aber in diesem Jahr ist es ein kleiner Schritt.
Preis: ab 899 Euro
Video: Alle Details im Test
Wie sich die neuen Sensoren im Alltag schlagen und warum der Akku mich am meisten überzeugt hat, seht ihr im Video: Apple Watch Ultra 4 im Test auf YouTube.







