Deutlich mehr Akku, eine variable Blende und ein Problem, das in keinem Datenblatt steht: Wir haben das iPhone 18 Pro Max im Alltag getestet und sagen, für wen sich der Umstieg lohnt.
Um es gleich vorwegzunehmen: 2026 ist ein so genanntes S-Jahr. Langjährige Apple-Nutzer wissen, was das bedeutet: Keine radikalen Veränderungen am Gerät, dafür an einigen Stellen der oft nötige und an anderen Stellen der manchmal überraschende Feinschliff am Vorjahresmodell.
Zu diesen positiven, unvermuteten Überraschungen zählt für mich der Akku im iPhone 18 Pro Max. Mein iPhone 17 Pro Max hatte nach einem normalen Tag noch 20 bis 30 Prozent, das neue iPhone 18 Pro Max rund 50. Das ist der größte Sprung dieser Generation. Gleichzeitig vertragen sich meine matte Displayfolie und Face ID offenbar nicht mehr.
Lieber gucken als lesen? Im Video zeige ich euch alle Details, Vergleiche und Testaufnahmen: iPhone 18 Pro Max im Test auf YouTube ansehen.
Akku: Im Alltag rund 20 Prozentpunkte mehr Reserve
Vorweg ein Hinweis: Ich habe eine Woche lang im Alltag verglichen, kein Labortest. Und es trifft ein brandneuer Akku auf einen, der ein Jahr alt ist und noch 95 Prozent seiner Kapazität hat.
An zwei vergleichbaren Tagen mit jeweils etwa zwei Stunden Displayzeit blieben dem iPhone 17 Pro Max abends nur noch 20 bis 30 Prozent. Beim iPhone 18 Pro Max waren es bei ähnlicher Nutzung ungefähr 50 Prozent. Unterm Strich bringt mir das neue Modell am Ende eines normalen Tages grob 20 Prozentpunkte mehr Reserve.
Beim Laden geht es noch etwas schneller: Von 0 auf 50 Prozent dauert es etwa 15 Minuten. Der große Sprung beim Schnellladen kam allerdings schon vom 16 Pro Max auf das 17 Pro Max.
Kamera: Variable Blende für ambitionierte Fotografen
Erstmals bietet die Hauptkamera eine variable Blende. Die 48-Megapixel-Kamera lässt sich zwischen f/1.48, f/1.8, f/2.8 und f/4.0 umschalten, und bei Blende 4 entstehen Lichtsterne. Dazu kommen manuelle Pro-Regler unter anderem für Blende, Verschlusszeit und Weißabgleich.
Der Haken: Die variable Blende gibt es nur bei der Weitwinkelkamera. Ich vermute, dass Apple sie bei Erfolg auf weitere Linsen ausweitet. Bis dahin muss man sie sehr bewusst einsetzen. Sie ist ein spezielles Werkzeug und macht nicht sofort einen so großen Unterschied wie der 8-fach-Zoom in den Vorjahren. Für ambitionierte Fotografen ist sie spannend, alle anderen werden sie kaum vermissen.
Neu ist außerdem „Reference Image“: Die Authentizität einer Aufnahme wird kryptografisch bestätigt. Das ist ein sehr spannendes Verfahren, zum Beispiel für Pressefotografen, allerdings ist es in der EU nicht verfügbar.
Display: Kleinere Dynamic Island, aber Ärger mit matten Folien
Am Display ändert sich wenig, und das ist gut so: 6,9 Zoll, 2868 x 1320 Pixel, 120 Hz und bis zu 3000 Nits Spitzen-Helligkeit im Freien. Die Dynamic Island ist kleiner geworden und zeigt bis zu drei Live Activities gleichzeitig.
Der Preis dafür: Der Infrarot-Sensor sitzt jetzt unter dem Display. Apple hat das mit einer veränderten Pixeldichte in diesem Bereich hinbekommen, was ich technisch faszinierend finde. Im Alltag zeigt sich aber ein Nachteil: Matte Displayfolien machen offenbar Probleme, und Face ID streikt. Ich hatte die matte Folie gerade liebgewonnen. Ich warte jetzt ab, ob die Folienhersteller einen Ausweg finden. Eine Aussparung dürfte es sicher richten.
A20 Pro: Schneller bei lokaler KI
Der neue A20 Pro wird erstmals in 2 Nanometern gefertigt und hat 6 CPU- und 7 GPU-Kerne sowie eine Dual-16-Core Neural Engine. Apple spricht von 50 Prozent mehr Speicherbandbreite und bis zu 40 Prozent mehr GPU-Leistung gegenüber dem A19 Pro.
In meinem KI-Test mit Gemma 4 in der App Locally zeigt sich das deutlich:
| Aufgabe | iPhone 17 Pro Max | iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|
| Textantwort zur Geschichte des iPhones | 1:27 Min. | 0:50 Min. |
| Bilderstellung | 0:37 Min. | 0:27 Min. |
Das Potenzial dürfte vor allem Apple selbst und Entwickler nutzen. Auch die Vapor Chamber wurde noch einmal überarbeitet und hat nun die dreifache Oberfläche. Warm wird das Telefon weiterhin, aber spürbar weniger – ein Zeichen dafür, dass sich keine Hotspots mehr bilden, sondern sich die Wärme gleichmäßig verteilt. Wie es sich im Sommer schlägt, bin ich gespannt.
Design, Gewicht und Funk
- Gehäuse: Das Redesign des Vorjahres bleibt. Die Rückplatte sitzt jetzt deutlich näher am Alu-Rahmen, was vor allem Nutzer ohne Hülle bemerken. Burgunder ist ein edler Farbton. Nach einem Jahr mit dem 17 Pro Max gilt: Alu ist spürbar stoßanfälliger.
- Gewicht: Von 231 auf 249 Gramm. Das fällt im Alltag kaum ins Gewicht, aber den Schwerpunkt auf Kamera und Akku erkauft man sich mit Gramm.
- Funk: Der N1-Chip sorgt für WLAN 7, Bluetooth 6 und Thread, das Mobilfunkmodem C2 ebenfalls von Apple. Das fühlt sich an wie gewohnt und das ist ein gutes Zeichen, gerade beim Energieverbrauch.
- Speicher: Wählbar bis 2 Terabyte. Ich habe 512 GB getestet und kann daher zur Diskussion um die Speicherart bei 1 und 2 TB nichts beitragen.
Fazit: Für wen lohnt sich das iPhone 18 Pro Max?
Ein riesiger Umbruch ist es nicht. Der Akku ist der Punkt, den man im Alltag am meisten bemerkt, die variable Blende ist etwas für Leute, die ihre Kamera bewusst einsetzen. Als Jahreswechsler bin ich damit ohnehin nicht repräsentativ: Die meisten kommen von Modellen, die drei bis fünf Jahre alt sind, und da sind die Sprünge massiv.
- Vom iPhone 17 Pro Max: Ihr müsst nicht wechseln, es sei denn, ihr wollt unbedingt den Akku oder die variable Blende.
- Von einem älteren Modell: Jetzt ist ein sehr guter Zeitpunkt, denn Akku, Chip und Funk machen sich zusammen bemerkbar.
Umstritten bleibt der Wechsel von Edelstahl und Titan zu Aluminium. Er bringt Vorteile bei Farben und Thermik, aber auch mehr Empfindlichkeit.
Trotz höherer Preise durch die Speicherkrise finde ich: Das iPhone 18 Pro Max ist seinen Preis wert. Es hat ein klares Profil mit starkem Kamera-Schwerpunkt, einem Akku für lange Tage und einem Display für anspruchsvolle Nutzer. Für mich ist es weiterhin das beste iPhone, das ich empfehlen kann.
Preis: ab 1599 Euro, getestet: 512 GB für 1849 Euro
Video: Alle Details im Test
Wie sich die Akku-Unterschiede genau zeigen, wie die variable Blende in der Praxis aussieht und was es mit dem Face-ID-Problem auf sich hat, seht ihr im Video: iPhone 18 Pro Max im Test auf YouTube. Abonniert den Kanal, damit ihr keinen Test verpasst, und schreibt uns in die Kommentare, ob ihr wechselt.
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