Smarter Raumluftsensor von Netatmo im Test: Niemals mehr dicke Luft

Der smarte Raumluftsensor von Netatmo “riecht” so einiges. Per Smartphone-App können die Werte ausgelesen werden. Aber ist er seine 100 Euro wert?

Die Menschen leben heute bewusster. Sie nehmen sich unter anderem vor, gesünder zu essen, weniger Plastik zu verwenden und nicht unnötig zu fliegen. Viele achten aber auch mehr darauf, wie sie leben: Ist es für die Familie zu laut, ist die Luft gut und wie steht es um Temperatur und Luftfeuchtigkeit?

Der smarte Raumluftsensor von Netatmo tritt hier als eine Art Allheilmittel in Erscheinung. Die roségoldfarbene Metallröhre prüft permanent die Luft und hält seinen Nutzer über das Smartphone auf dem Laufenden. Wir haben den Sensor einige Wochen lang getestet.

Ein Glück: Keine Batterien

Erfreulich ist an dem durchaus ansehnlichen Smart-Home-Gerät schon einmal, dass es an einer Steckdose betrieben wird. Viele Sensoren sind leider batteriebetrieben, was ihren Einsatzort zwar sehr flexibel gestaltet, für den Nutzer aber Zusatzkosten zur Folge hat. Zudem gibt es Smart-Home-Geräte, die einen regen Wechsel der Batterie einfordern. Dann wird aus Lust schnell Frust.

Punkt zwei, der gefällt, ist die einfache Einrichtung. Der Sensor wird per App über das WLAN konfiguriert, worüber er auch per Internet mit den Nutzer kommuniziert. Unerklärlicherweise nennt sich die App “Healthy Home Coach” für iOS und Android, was zunächst etwas irritierend ist, aber dem Original-Produktnamen im englischsprachigen Raum geschuldet ist. Per HomeKit kann der Sensor dem Apple-Standard entsprechende Geräte steuern. So kann etwa eine smarte Lampe rot aufleuchten, wenn die Luft schlecht ist. Grundsätzlich sind die Daten des Sensors weltweit, also auch von außen abrufbar.

Neben den vier Sensorwerten für Luftfeuchtigkeit, Temperatur, CO2-Gehalt und Lautstärke gibt die App auch gleich eine Einschätzung ab, wie diese Werte zu deuten sind. In Kurvendiagrammen kann zudem der Verlauf nachvollzogen werden.

Diverse Einsatzzwecke

Doch wer braucht sowas zum Preis von knapp 100 Euro?

Diese Frage hängt vom Einsatzszenario ab. Wer mit hoher Luftfeuchtigkeit, Trockenheit, Temperaturschwankungen oder stickiger Luft und den entsprechenden Beschwerden zu kämpfen hat, dürfte die smarte Lösung durchaus wertschätzen. Per Knopfdruck auf den Zylinder kann die Einschätzung der Umgebung auch ganz analog abgefragt werden. Dann leuchtet ein Farbstreifen grün oder rot auf.

Erstaunlich ist tatsächlich, wie stark sich der CO2-Wert mitunter über Nacht verschlechtert und der Nutzer dies subjektiv gar nicht so wahrnimmt. Durch rechtzeitiges Lüften kann dem entgegen gewirkt werden. Hierbei kann der Sensor helfen.

Allerdings gibt es solche Anzeigen – zumindest zum Teil – auch in anderen Produkten, wie etwa Babyphones, wobei Netatmo gute Raumluft fürs Baby übrigens auch als ein Einsatzgebiet nennt.

Braucht man also einen solchen Raumluftsensor unbedingt für ein besseres Leben? Diese Frage kann man mit einem Nein beantworten. Es gibt allerdings Szenarien, wo das Gerät Menschen zu einer gefühlt besseren Umgebung verhelfen kann. Und das macht Netatmo mit App und Hardware einwandfrei und einfach. Lediglich der Preis könnte einen länger überlegen lassen.

Über den Sensor haben wir auch in Apfelfunk 168 gesprochen:

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