iPad (8. Generation, 2020) im Test: Bereit für die Zukunft

iPad (8. Generation, 2020) im Test: Bereit für die Zukunft

Runde 8 für den Bestseller: Das iPad der 8. Generation kommt mit einem verbesserten Prozessor. Warum das nicht nur in punkto Leistung ein Gewinn für den Käufer ist.

Das neue iPad der 8. Generation macht es dem Tester leicht. Es erfreut sich bei Käufern allgemeiner Beliebtheit und an dieser Erfolgsrezeptur hat Apple nichts Entscheidendes geändert. Es gibt eigentlich nur eine zentrale Veränderung und die betrifft das Herz des Geräts, den Prozessor. Dort steckt jetzt neu der A12 Bionic Chip. Dieser war schon im iPhone XS im Einsatz, treibt das jüngste iPad Mini an und arbeitet im Vorgänger-Modell des jetzt vorgestellten neuen iPad Air.

Für das günstigste iPad ist der neue Chip ein riesiger Schritt vorwärts. Im letztjährig aktualisierten iPad der 7. Generation war zwar auch einiges Neues zu entdecken. Der Prozessor freilich blieb der Gleiche: Der A10 Fusion. Damit hat die jetzt neue 8. Generation also einen Prozessor übersprungen.

Schau Dir hier unser Testvideo an.

40 Prozent schneller

Gegenüber dem A10 ist der A12 rund 40 Prozent schneller. Die Grafikleistung wurde verzweifacht. Wir haben unser Testgerät einem Geschwindigkeitstest im Browser unterzogen und mit der 6. Generation verglichen. Das neue iPad hat seine Leistung demzufolge nahezu verdoppelt, sei es bei der Rechengeschwindigkeit, beim Speichern oder beim Rendern einer Website. 

Aber jenseits der Spezifikationen hat der Chip für den Käufer noch eine ganz andere Bedeutung. Er macht die neue Version besonders zukunftsfähig.

Damit Geräte bei Softwareupdates im Rennen bleiben, kommt es auf den Prozessor an. Käufer des neuen iPads werden also länger Freude an ihrem Gerät haben als jene, die noch vor ein paar Wochen den Vorgänger gekauft haben.

Ist das neue iPad ein iPad Air?

Der Wechsel auf den A12 vervollständigt, was Apple ein Jahr vorher mit der 7. Generation begonnen hat. Gehäuse und Display wuchsen leicht von 9,7 auf 10,2 Zoll. Vor allem aber erhielt das iPad den Smart Connector, der es erlaubt, die Zubehörtastatur Smart Keyboard anzuschließen. Blicken wir eine weitere Generation zurück, kam der Apple Pencil hinzu.

Betrachtet man die Funktionsliste, drängt sich einem unweigerlich ein Vergleich auf: Ist das neue iPad mit kleinen Abwandlungen nicht das alte iPad Air? Tatsächlich hat Apple schon im Jahr 2019 den Unterschied zwischen iPad und iPad Air deutlich verringert. Da hatte man natürlich längst die Weiterentwicklung zum neuen iPad Air in Arbeit. Der Prozessor und 0,3 Zoll Bildschirmdiagonale blieben der letzte Unterschied. Der ist nun bis auf das Display aufgehoben. Je nachdem, wie man es sehen möchte, wurde also das iPad deutlich aufgewertet oder das alte iPad Air deutlich günstiger. In jedem Fall freut sich der Käufer.

Mit dem Apple Pencil kann man auf dem iPad Notizen aufschreiben, zeichnen oder malen. Weiterhin wird nur der Pencil der 1. Generation unterstützt.
Mit dem Apple Pencil kann man Notizen aufschreiben, zeichnen oder malen. Weiterhin wird nur der Pencil der 1. Generation unterstützt.

Der Generalist

Was geblieben ist, sind das Gehäusedesign mit Rahmen, der Lightning-Anschluss zum Aufladen und der Home-Button, das auf das allererste iPad bzw. das spätere iPad Air zurückgeht. Apple hat das Profil der iPad-Linie geschärft. Das iPad Mini und das iPad verbleiben im traditionellen Design. Das neue iPad Air ist die Vorstufe zur Pro-Linie im neuen Design. Es ist bei alledem erstaunlich, wie zeitlos das klassische Design ist. Und es würde einen nicht wundern, wenn es auch noch eine 9. Generation überdauert. 

Auch der Pencil ist weiterhin jener der 1. Generation (96,50 Euro), weil der eckigere Neue gar nicht an den runden Gehäusekanten magnetisch angedockt und aufgeladen werden könnte. Funktionell ist das kein riesiger Nachteil. Lediglich das etwas eigenwillige Aufladen, indem man den Pencil in den Lightning-Port steckt, und das Risiko, die kleine weiße Stiftkappe zu verlieren, sind Punkte, die beim 2. Pencil besser gelöst sind.

Aufgrund der verbesserten Zubehörsituation und der Leistungsfähigkeit des Einsteiger-iPads empfiehlt sich das iPad als Generalist. Zeitgemäße Spiele, Streaming-TV und Apps jeder Art lassen sich genauso gut darauf nutzen wie Texte getippt oder HD-Videos geschnitten werden können.

Über den Smart Connector kann das Smart Keyboard angeschlossen werden, das als Zubehör für das iPad erhältlich ist.
Über den Smart Connector kann das Smart Keyboard angeschlossen werden, das als Zubehör erhältlich ist.

Notebook-Ersatz?

Wenn Apple sein iPad mit PC-Laptops und dem Chromebook von Google vergleicht – wobei das iPad laut den Benchmarks in allen Disziplinen in Sachen Leistung obsiegt -, dann wird deutlich, welchen Markt Apple im Blick hat. Das günstigste iPad soll wie die teureren der Pro- und Air-Klasse eine ernsthafte Alternative zum Notebook sein. Gerade Schüler oder Wenignutzer finden hier alles Wesentliche vor, was sie im digitalen Leben brauchen. Vielnutzer verlangen dagegen mehr Bildschirm, mehr Speicher und noch besseres Zubehör – Apple läuft deshalb nicht Gefahr, seinen eigenen Geräten Konkurrenz zu machen. 

Das Smart Keyboard (174,45 Euro) ist eine Tastatur mit gutem Druckpunkt, die allerdings im Gebrauch wackeliger ist als die höherpreisigen Tastaturen für die teureren iPads. Es kann aber auch per Bluetooth jede andere geeignete Tastatur verbunden werden. Und Nutzer freut auch, dass sie seit iPadOS 13.4 eine Unterstützung von Computermäusen vorfinden.

Zahlen, Daten, Fakten

Der 10,2-Zoll-Bildschirm des iPads hat eine Auflösung von 2160 mal 1620 Pixel. Die Helligkeit des Bildschirms beträgt 500 Nits. Als Kameras sind eine 720p-Kamera auf der Vorderseite und eine 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite eingebaut. 

Das iPad gibt es wahlweise mit 32 oder 128 GB Speicher in den Farben Space Grau, Silber und Gold. Es kostet je nach Speicherausstattung 369 oder 466 Euro (Stand: Oktober 2020). Ein LTE-Mobilfunkmodul gibt es gegen Aufpreis (ca. 136 Euro).

Schwer zu tragen hat man nicht: Das Gerät wiegt gerade mal ein halbes Kilogramm.

Besonders nachhaltig

Ein Punkt, der in vielen Betrachtungen oft zu kurz kommt, aber Käufer in diesen Tagen mit Blick auf Weltklima und Umweltschutz zunehmend interessiert, ist das Thema Nachhaltigkeit. Wie die Kalorienangaben beim Essen ist es ja schon viel wert, wenn ein Hersteller seine Prozesse überhaupt erstmal hinterfragt und Angaben dazu machen kann, wie viel Kohlendioxid etwa bei der Herstellung eines Geräts ausgestoßen wird.

Apple geht mittlerweile jedoch viel weiter: Das Gehäuse des neuen iPads besteht zu 100 Prozent aus wiederverwertetem Aluminium. Genauso stammt das komplette Zinn, das beim Mainboard verarbeitet wurde, aus dem Recycling. Dem Produkt merkt man es indes in keiner Weise an. Und das ist Nachhaltigkeit, wie sie dem Kunden natürlich am liebsten ist: Ohne Qualitätsunterschied, aber deutlich umweltfreundlicher.

Wie bei den neuen Apple Watches wird zudem bei der Verpackung auch auf Recycling in Form wiederverwerteter Holzfasern oder zumindest nachhaltig gewonnener Rohstoffe gesetzt. Der Plastikanteil wurde reduziert. Schadstoffe bleiben ganz draußen. Und Apple betont eine hohe Energieffizienz, was auch mit dem ehrgeizigen Ziel zu tun hat, bis zum Jahr 2030 – also binnen von zehn Jahren – komplett klimaneutral zu sein.

Apples Nachhaltigkeitsbericht enthält weitere Details.

Fazit: Für viele die erste Wahl

Setzen wir die Tech-Nerd-Brille mal ab: Für die Mehrheit der Menschen braucht es nicht den allerneuesten A-Prozessor. So unspektakulär das iPad der 8. Generation manchen im Vergleich zum neuen iPad erscheinen mag, so solide und etabliert erscheint es in den Augen jener, die sich einfach einen leistungsfähigen mobilen Computer für vergleichsweise kleines Geld wünschen, der obendrein eine längere Zeit lang mit Updates und zum Teil sogar neuen Funktionen versorgt wird.

Lediglich beim eingebauten Speicher zeigt sich Apple doch arg geizig: 32 Gigabyte sind selbst Wenignutzern schwerlich zu empfehlen, 64 als Minimum hätten es schon sein dürfen. Mit 128 Gigabyte als Maximum grenzt sich das iPad deutlich nach oben ab. Ein hochaufgelöstes Video kann man auf dem neuen iPad schon schneiden. All zu viele dürfen es aber nicht werden.

Für viele Interessierte dürfte das iPad die erste Wahl darstellen. Mit dem A12 Chip hat Apple den Boden bereitet, dass das auch so bleibt. Das neue iPad ist bereit für die Zukunft.

Geschrieben von
Malte
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4 Kommentare
  • Egal wo man das ipad sieht, es wird immer im Landscape Modus benutzt. Darum verstehe ich nicht, wieso die Facetime-Kamera nicht auf der Längsseite verbaut ist. Dann würde man bei Video-Calls nicht immer aussehen, als ob man an seinem Gesprächspartnern vorbeischaut.

  • Schön schön als Neuling im Appel Universum hatte ich mir im Januar 2020 das i pad 7 angeschaut. Und bin zufrieden. Dann stellt Apple das ipad 8 vor. Besser Chip . Modernere Updates also länger. Im Apple Store wenn ich es eintausche zum i pad 8 . 160 Euro für das i pad 7. Nein danke Apple ich habe 128 GB mit wifi und Cellar. und habe 600euro bezahlt. In Zukunft lieber das i pad pro

  • Ich habe gerade den Podcast gehört und bei der Kritik am 32GB Speicher kam mir direkt in den Sinn, wo Apple mit den günstigen iPads hin will: in die Schulen. Für einen Klassensatz iPads, auf denen eine Handvoll Apps laufen und keine großen Medien wie endlos Videos gespeichert werden, ist’s sicherlich ausreichend (und macht den Preis möglich…)

    Beste Grüße, Micha

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